Dann will ich mal den Versuch wagen, Leos Wunsch zu entsprechen und mich etwas kürzer zu fassen
Die hier geäußerten Überlegungen und Vorschläge weisen in sehr gute Richtungen, von denen ich persönlich eigentlich keine Hoffnung mehr hatte, dass die GF jemals bereit wäre, sie umzusetzen

Gelänge das aber doch, käme man annähernd zu einer Synthese der Standpunkte: die GF
wie sie aktuell noch ist, ist zwar gescheitert, aber sie kann sich durch eine entsprechende Runderneuerung eine zweite Chance erarbeiten und hat die Aussicht, diese auch wirklich zu nutzen.
Die notwendigen Schritte wären meines Erachtens:
1. Aufräumen der Karte
Inaktive Staaten müssen konsequent gelöscht werden, denn - wie ich schon mal sagte - für einen potenziellen Neumitspieler der in das GF-Universum eintauchen möchte ist deren Karte und die Linkliste der verzeichneten Staaten sehr wahrscheinlich der Einstiegspunkt, der derzeit aber nur zu rascher Frustration und Desinteresse führt: "Hier ist ja alles tot..."
Auch sehe ich den Kolonialismus zumindest teilweise als problematisch, weil er mitunter die Gründung aussichtsreicher Staaten erschwert oder unmöglich macht. Südafrika (Schwellenland mit großem wirtschaftlichem Potenzial, mit Apartheid oder nach deren Überwindung) oder Brasilien (Schwellenland mit großem wirtschaftlichem und militärischem Potenzial sowie mächtigen sozialen Spannungen) etwa ließen sich sicherlich in Form von Micronationen nachbauen, die vor allem die Chance hätten, auch
innere Aktivität zu entfalten. Feldenau und Sao Jao derweil sind so mausetot wie ihre Mutterländer, die aber nicht loslassen wollen. In den Hollunderlanden hatte mal jemand angefragt, ob man Feldenau nicht als Südafrika in die Unabhängigkeit führen bzw. entlassen könnte, Antwort: "Kommt nicht in Frage, du kannst es doch auch von hier aus ausgestalten."
2. Wichtigstes Kriterium: innereAktivität
Dass Außenpolitik Spaß macht und die Simulation in einem Land bereichern und beleben kann weiß ich mittlerweile auch

, aber dennoch bringt es keine Punkte, Staaten auf die Karte zu nehmen, mit denen im Inneren niemand etwas anfangen kann, deren alleinige Daseinsberechtigung außenpolitische Aktivität ist.
Wie ich schon mal sagte, eine Micronation ist zunächst ihr ganz eigener Kosmos, zusammengesetzt aus ihrer Ausgestaltung, ihren Charakteren, ihrem politischen und gesellschaftlichen Leben. Außenpolitik ist nur ein Aspekt, und bereits auf der nächsten Stufe angesiedelt.
Das Problem der GF ist bisher, dass die Karte eben im Mittelpunkt steht, und nicht die Länder. Ziel der GF war bzw. bis zu einem förmlichen Kurswechsel ist, wenn auch nicht erklärt, aber so doch durch Übung, nicht die realistische Vernetzung von Micronationen, um deren Handlungs- und Ausgestaltungsmöglichkeiten zu veranschaulichen und ihnen Weiterentwicklungsmöglichkeiten zu bieten, sondern gleich eine Weltgemeinschaft zu konstruieren, in welcher Rollen vergeben werden - und sei es an Blogstaaten, Hauptsache, ein benötigtes Element ist dadurch dann vertreten.
Zentrales Kriterium für eine Eintragung auf der GF-Karte müsste in Zukunft sein: hat ein sich bewerbendes Land einen ausreichend starken Kern aktiver Mitspieler, welche Ideen haben was sie im Inneren mit ihrem Staat machen wollen, und setzen sie das auch bereits tatsächlich um?
Übrigens zeigt die reale Geschichte der Micronationen, dass Demokratie und Wahlen nicht alles sind. Auch konstitutionelle oder absolute Monarchien z. B. haben funktioniert und funktionieren, nur eben auf der Basis, dass das Staatsoberhaupt die Minister u. ä. ernennt, und die Spielerschaft insgesamt vielleicht auch mehr Interesse an gesellschaftlicher Simulation als an Parteigründungen, Wahlen und Koalitionsverhandlungen hat.
Endlich macht es manchem auch Spaß, z. B. einen Oppositionellen oder Dissidenten in einer Diktatur zu simulieren, der simulastionsextern betrachtet eben keine Aussicht hat, das System zu ändern und evtl. selbst an die Macht zu kommen. Den Schluss: "Diktaturen sind sowieso zu langweilig, also müssen die Spieler der 'großen Demokratien' wie Astor oder Albernia sich eben diktatorische Blogstaaten als Gegenspieler schaffen und selbst lenken halte ich für zu pessimistisch und fanatsielos gedacht
3. Neue Ausgestaltungs- und "Kulturzonenpolitik"
Die neue Kulturkarte auf die Leo hinwies habe ich noch nicht gesehen, aber dieses Thema ist wie gesagt für mich des Pudels Kern, wenn man über Erfolg oder Misserfolg, Chancen oder Probleme der GF streitet.
Das kulturelle Chaos der OIK-Karte rührt originär daher, dass es diese Karte gab bevor es kulturelle Ausgestaltung in dem Sinne gab, als einige Staaten dann plötzlich begannen, sich darum gedanken zu machen waren sie länsgt mit ihrem Nachbarn, der da eine ganz andere Richtung einschlug, verwachsen.
Daher halte ich es für unwahrscheinlich, das heute noch ein nordischer Staat sich neben einem südostasiastischen Staat oder andersherum würde ansiedeln wollen, falls doch, würde wohl zuerst der bereits eingetragene Staat dem widersprechen, wenn wider Erwarten nicht, könnten immer noch die Gremien der GF eingreifen und die Eintragung auf diesem Platz zurückweisen.
Das Problem vorgegebener Kulturzonen ist vielfach, dass ein Staat so recht in keine hineinpasst, der bisherigen GF-Definition von "Ausgestaltung", dass ein durchaus liebevoll gestalteter Staat dem nicht entspricht. In gewisser Weise hat die GF die Gründung von "Ausgestaltungsmuseen" gefördert und andererseits aktiven und schlüssigen (wie ich finde ein besserer Begriff als "realistischen"

) Simulationen den Weg verbaut. Auch ein Land, dessen Website über landschaftliche und städtische Impressionen verfügt, in dem gesellschaftliches Leben durch Vereine, gesellige Anlässe und eine Mentalität, die sich einfach aus den Charakteren der beteiligte Spieler ergeben hat, ist meines Erachtens "ausgestaltet" und sollte nicht abgewiesen werden, weil kein an einen realen Staat oder Kulturkreis angelehntes Konzept dahintersteht. Gerade viele Politik- und Gesellschaftssimulationen lehnen sich einfach informell an die global gefasst "westliche Welt" an, passen daher zwar nicht neben Staaten die etwa afrikanische oder indianische Stammenskulturen und -strukturen simulieren, aber durchaus zu Staaten mit westlichen Vorbildern.
Schlüssigkeit, Mühe und Aktivität sollten die Kriterien sein, nicht die meinetwegen im weiteren Sinne verstandene und angewandte Zuordbarkeit zu einem realen Staat. Wenn jemand schlüssig erklärt, wie ein westlich orientierter Industriestaat in "Afrika" zu Stande gekommen ist - warum nicht?
So, ist jetzt doch weider länger geworden, aber es besteht ja die Chance, dass die Beratungen tatsächlich etwas bringen